Die Transportpolizei der ehemaligen DDR.

Unsere Presseecke


2008

Müritz Zeitung vom 24.04.2008


Ostsee Zeitung vom 24.04.2008

2009

Schweriner Volks Zeitung vom 18.05.2009

Eldeexpree vom 30.06.2009

2010


Schweriner Volks Zeitung online vom 10.05.2010


Eisenbahn fasziniert noch immer

10. Mai 2010 | 21:13 Uhr | von Mayk Pohle


Wachsame Trapo-Darsteller

WITTENBURG - Hunderte Besucher allein schon am ersten Tag des Bahnhofsfestes, ein von einer Dampflok gezogener historischer Zug, dazu ein historischer Schienenzug, etliche Modellbahnanlagen, einige Stände mit entsprechendem Angebot für Eisenbahnfreunde, dazu ein kleiner Rummel mit Angeboten aus der Region - das erste Wittenburger Bahnhofsfest kann als Erfolg gelten. Natürlich hing viel vom erfolgreichen Bahnverkehr auf der Strecke ab. Vor allem die Schweriner Dampflok war von den Nostalgiefans aber auch etlichen Kindern sehnsüchtig erwartet worden. Mit ein wenig Verspätung dampfte der Zug dann auch in den gut gefüllten Bahnhof. Die Zeit bis dahin hatte der Wittenburger Fanfarenzug gekonnt überbrückt. Zu den augenfälligen Mitgestaltern des Festes gehörten auch vier Männer in Originaluniformen der früheren Transportpolizei. Die vier Darsteller bilden die Gruppe "VEB Schwellenschutz" , kommen aus der Warener Ecke und wollen sich als wandelndes Museum ohne politische Hintergedanken verstanden wissen.

Jede Zugfahrt, ob per Dampf oder Diesel wurde nicht nur in
Wittenburg, sondern auch in Hagenow-Stadt, in Zarrentin und natürlich an der ehemaligen Kaiserstrecke mit viel Aufmerksamkeit beobachtet. Mancher wird den Zügen auch mit Bitterkeit hinterher gesehen haben, denn schließlich verursacht die derzeit laufende Sanierung vieler Bahnübergänge enorme Kosten für die Städte. Und nicht nur die Bürger fragen sich, wofür der ganze Aufwand eigentlich getrieben wird. Für die paar Fahrten der Eisenbahnfreunde in den historischen Zügen sicher nicht.

Das Fest hatte viele Unterstützer, so z. B. den Raiffeisenmarkt in
Wittenburg. Dessen Leiter Hartmut Schlenker beteiligte sich mit seinen Mitarbeitern nicht nur an der Messe. Er unterstützte auch mit einem Extra-Stand die D-Jugend-Handballer der TSG Wittenburg. Zu deren Gunsten verkauften auf dem Marktgelände Petra und Andreas Stephan. Am Ende kam ein Erlös für die Jungen und Mädchen von 200 Euro zusammen.


Märkische Allgemeine vom 21.09.2010


Die Feier zu „125 Jahre Mecklenburgische Südbahn“ nutze die PEG, um für die

Zukunft zu werben


KAROW/PUTLITZ - Das ließen sich die vielen Eisenbahnfreunde nicht nehmen: Am Sonnabend konnte das Betriebsgeschehen auf

dem Karower Bahnhof ausnahmsweise auch offiziell von der Fußgängerbrücke aus beobachteten, denn sie war für Fotofreunde

extra geöffnet worden. Die Prignitzer Eisenbahn GmbH (PEG) veranstaltete im mecklenburgischen Karow (Landkreis Parchim)

im Rahmen des Jubiläums „125 Jahre Mecklenburgische Südbahn Ludwigslust–Waren (Müritz)“ ein Bahnhofsfest, zu dem

Sternfahrten zum Bahnhof Karow stattfanden.

Züge kamen von und fuhren zu den Bahnhöfen Meyenburg, Waren (Müritz), Lübz und Krakow am See. Sie erinnerten an die

Zeit, als der Karower Bahnhof der zentrale und größte Eisenbahnknoten im Süden Mecklenburgs war.

Karows Bürgermeister Norbert Wellenbrock stellte fest: „Die Bahn war für Karow ein großer Arbeitgeber. Dank der Prignitzer

Eisenbahn, die seit nunmehr über sechs Jahren eine eigene Infrastruktur betreibt, ist dem Streckennetz wieder Leben

eingehaucht.“ Das Kernstück hierbei ist die mittlerweile auf der gesamten Länge wieder befahrbare Verbindung von

Neustadt/Dosse über Pritzwalk, Plau am See, Karow und Krakow am See nach Priemerburg bei Güstrow.

Der Bürgermeister freute sich: „Die PEG wirbt mit dem heutigen Tag und mit den Aktionen für die Nutzung der ansonsten nicht

planmäßig befahrenen Strecken in dieser für den Tourismus bedeutsamen Region.“ Er wünschte allen Gästen einen

angenehmen Aufenthalt: „Genießen Sie die Schönheit unserer Landschaft zwischen Prignitz und Südmecklenburg aus einer

anderen Sicht als aus dem Blickwinkel Auto. Vielleicht erkennen Sie eine sinnvolle Nachhaltigkeit des Verkehrsmittels Bahn,

gerade unter dem Aspekt des sich verändernden Klimas.“

Begrüßt werden konnten beim Bahnhofsfest Berliner Eisenbahnfreunde, die mit der BR 219-Zuggarnitur anreisten. Nicht nur die

alten Waggons fanden das rege Interesse beispielsweise von Thomas Friedrich aus Prenzlau, der eifrig fotografierte. „Die Fahrt

hierher hat sich gelohnt“, lautete seine Einschätzung. Den im Zug Mitfahrenden wurde im Mitropa-Wagen auch gastronomische

Versorgung geboten, so von Katja Hamm, die im Berliner Verein ihr Hobby auslebt.

Mit dabei beim Bahnhofsfest war auch die Warener Interessengemeinschaft „VEB Schwellenschutz Die Transportpolizei“, welche

mit blauen Trapouniformen und VP-Wartburg für DDR-Nostalgie sorgten.

Die Projektleiterin Infrastruktur der PEG, Andrea Asse, berichtete: „Der neue Eigentümer des Streckenabschnitts Karow bis

Waren einschließlich des Karower Bahnhofs gehört seit dem 1. Juni 2010 der Prignitzer Leasing AG mit Sitz in Putlitz. Sie hat in

diesen Tagen die Zustimmung zum Beginn von Ausbaumaßnahmen an der Strecke erhalten. Mit Sicherheit wird sich dann

ebenfalls das Erscheinungsbild des Karower Bahnhofs ändern.“ Sie versicherte: „Die angrenzenden Strecken werden bis auf den

Ast in Richtung Goldberg durchgängig befahrbar bleiben und künftig für Eisenbahnverkehr sorgen.“ Denn die PEG wirbt mit dem

Bahnhofsfest für die Nutzung der ansonsten nicht planmäßig befahrenen Strecken nördlich von Meyenburg, die in einer

touristisch bedeutsamen Region verlaufen und deren Potentiale nach der Verkehrsabbestellung im Jahr 2000 leider nicht

ausgeschöpft werden. (Von Wolfram Hennies)


www.prignitzer.de vom 21.09.2010

KAROW - Grünes Licht für den Streckenausbau zwischen Karow und Waren:


"Der Streckenabschnitt Karow bis Waren einschließlich des Karower Bahnhofs gehört seit dem 1. Juni

2010 der Prignitzer Leasing AG mit Sitz in Putlitz. Sie hat in diesen Tagen die Zustimmung zum

Beginn von Ausbaumaßnahmen an der Strecke erhalten. Damit werden Erneuerungsmaßnahmen

auf der Jubiläumsstrecke nicht nur auf den von der Deutschen Bahn betriebenen Abschnitte

durchgeführt. Mit Sicherheit wird sich dann ebenfalls das Erscheinungsbild des Karower Bahnhofs

ändern", sagt Andrea Asse, die Projektleiterin Infrastruktur der Prignitzer Eisenbahn GmbH (PEG).

"Die angrenzenden Strecken werden bis auf den Ast in Richtung Goldberg durchgängig befahrbar

bleiben und künftig für - vielleicht auch wieder anwachsenden - Eisenbahnverkehr sorgen."

Die PEG wirbt mit Aktionen wie dem Bahnhofsfest, dass nun in Karow stattfand, für die Nutzung der

ansonsten nicht planmäßig befahrenen Strecken nördlich von Meyenburg, die in einer touristisch

bedeutsamen Region verlaufen und deren Potentiale nach der Verkehrsabbestellung im Jahr 2000 leider nicht ausgeschöpft werden. Das

dies Thema auf Interesse stößt zeigte sich nun beim Fest anlässlich des 125-jährigen Jubiläums der Mecklenburger Südbahn. Karows

Bürgermeister Norbert Wellenbrock konnte dabei unter anderem Berliner Eisenbahnfreunde begrüßen, die eigens mit der BR 219-

Zuggarnitur angereist waren.

Nicht nur die alten Waggons fanden in Karow regen Anklang beispielsweise von Thomas Friedrich aus Prenzlau, der eifrig fotografiert. "Die

Fahrt hierher hat sich gelohnt", so seine Einschätzung. Den im Zug Mitfahrenden wurde im Mitropa-Wagen auch gastronomische Versorgung

geboten, so von Katja Hamm, die im Berliner Verein ihr Hobby auslebt. Mit dabei war auch die Warener Interessengemeinschaft "VEB

Schwellenschutz Die Transportpolizei", welche mit blauen Trapouniformen und VP-Wartburg für DDR-Nostalgie sorgten. Für das leibliche

Wohl der Gäste fühlte sich dagegen die Gemeinde Karow verantwortlich, wo es an einem Stand Brat- und Bockwurst gab. Daneben verkaufte

die Straußenfarm aus Benzin ihre Produkte. Funkamateure des DARC machten mit einem hohen Sendemast auf sich aufmerksam und gaben

Einblick in ihr Hobby. Auch das Stellwerk W 1 war für Besucher geöffnet.

Der Karower Leopold Zintel, der von 1955 bis 1990 bei der Deutschen Reichsbahn tätig war, suchte seinen alten Arbeitsplatz auf. "Schön,

dass sie mal wieder was mit der Bahn machen", freute er sich.

www.svz.de vom 12.07.2010

Sonderzug mit Oldtimern der Schiene


12. Juli 2010 | 00:05 Uhr | von Michael-Günther Bölsche


PARCHIM - Im Zeitalter der modernen Diesel-Triebwagen hat die Faszination Eisenbahn nichts an

ihrem Reiz verloren. So jedenfalls am Sonnabend, als die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (ODEG)

zum Tag der offenen Tür einlud. Auf dem Gelände der betriebseigenen Werkstatt am Möderitzer

Weg war trotz der großen Hitze reger Betrieb. "Es ist das dritte Mal und es ist uns ein Bedürfnis, die

Parchimer und die vielen anderen hier zu begrüßen", sagt Jörg Kiehn von der ODEG. Man sei ein

regionales Unternehmen, welches fest verankert sei und da sei der "Tag der offenen Tür" eine

Form, die das dokumentiere, führt er weiter aus.

Unter den vielen Gästen waren auch etwa 60 Reisende eines Sonderzuges aus Lübeck, der auf

dem Betriebsgelände einen einstündigen Zwischenstopp auf der Fahrt nach Waren einlegte.

Gezogen wurde der Zug von zwei historischen Dieselloks, wie der V 200 007 und der V 160 003

(Lollo). Außerdem war noch die V 100 2009 zu bestaunen. Mit der V 200 007 gab es im Laufe des

Tages mehrere Führerstandsfahrten, bei der die Besucher sich einmal als Lokführer fühlen konnten.

Auch der kleine vierjährige Aydin, der mit Mutter Nora Sander aus Putlitz auf dem Fest weilte, hatte Interesse an der Bahn. Er kletterte mit

Hilfe von ODEG-Mitarbeiter Holger Voigt in den Führerstand der V 160 und war ganz erstaunt, dass es "hier sogar ein Lenkrad" gibt. Auch

wenn er noch klein war, so lernte er, dass das Rad nicht die Richtung steuert, sondern dass dies der Fahrstufenschalter ist, mit dem der

Lokführer das Tempo regelt.

Unter den Besuchern war auch Ilse Preiß aus Lübeck. Sie war mit dem Sonderzug eingetroffen und zeigte sich begeistert. "Die Fahrt hierher

war ein Vergnügen, einfach traumhaft, sogar zwei Kraniche habe ich gesehen", schwärmte sie und erwähnte, dass sie praktisch mit der

Eisenbahn verbandelt ist. Vater und Schwiegervater waren auch bei der Bahn. In Parchim nutzte sie den Info-Stand der Bundespolizei und

nahm an einem kleinen Quiz teil. Ihr zur Seite standen auch Transportpolizisten aus DDR-Zeiten, die von der Interessengemeinschaft "VEB

Schwellenschutz - die Transportpolizei" aus Klink anreisten. Während die einen Fahrzeugflotte und Ausrüstung aus alten Tagen vorstellten,

informierten Polizeihauptmeister Udo Rosenau und Polizeihauptkommissar Kurt Kooistra vor allem über die Gefahren an Bahnanlagen. "Sie

sind vor allem keine Abenteuerspielplätze, wie manche Kinder und Jugendliche meinen", warnen die Beamten.

In der Werkstatthalle sind auch Evelin Eichler-Wißner und Klaus Wißner. Beide wohnen seit einem Jahr in Plau und sind das Sinnbild der

Vereinigung. Während Klaus in Minden bei der Bundesbahn arbeitete, war Evelin in Rehna 45 Jahre Fahrdienstleiterin. Sie haben nicht nur

eine Ost-West-Ehe, sondern auch die Bundes- und die Reichsbahn vereint, meinten beide lachend. Der Tag der offenen Tür ist auch ein

Treffpunkt vieler ehemaliger Eisenbahner und so begrüßten die Wißners auch den Parchimer Willy Voß, der als Eisenbahner und Fotograf

viel über die Geschichte der Bahnen kennt.

Während Tom Elias (2) und Emily Sophie (4) sich an den Luftballons freuten, boten andere bei der Versteigerung mit. Manuela Honat und der

Moderator Marian Streich hatten neben einem Fotoapparat auch eine Bambusstange und eine komplette Angel im Angebot. Der Erlös sowie

der vom Kuchenbüffett gehen an eine Kindereinrichtung in Parchim. Stolz war auch der 14-jährige Christian Kirmse aus Thüringen, der seine

Ferien hier verbringt. Er absolvierte auf dem Triebwagen einen Kurs und erhielt den begehrten Pass, der ihn als "Junior-Triebfahrzeugführer"

ausweist. Eines wurde allerdings fast kaum beachtet: In diesem Jahr feiert die Mecklenburgische Südbahn zwischen Waren und Ludwigslust

ihren 125. Geburtstag. Doch die Deutsche Bahn, als Eigentümer der Strecke, feierte dieses Jubiläum nicht, nur der Sonderzug machte aus

diesem Grunde Halt bei der ODEG.

Auch die Trapo stand unter Dampf

Saisonauftakt am Lokschuppen mit technischen Einblicken, Fahrspaß und VP-Kontrollen

von Holger Benecke


Salzwedel Alle konnten es hören - die Pfeife rief die Fans zum Saisonauftakt der Dampflokfreunde ins ehemalige Bahnbetriebswerk. Zwei Tage lang herrschte wieder Trubel wie zu Zeiten, als dort noch das rollende Material der Deutschen Reichsbahn gewartet und repariert wurde. Nur diesmal waren es keine Arbeiter, sondern jede Menge Besucher, die sich zwischen Dampf- und Dieselloks, Draisinen und Ständen drängten.
Sehr beliebt und auch immer wieder mit Kommentaren gewürzt: Wartungsarbeiten an den Dampfloks im laufenden Betrieb. Doch wer diesmal nicht aufpasste, bekam eine Dusche ab, als der 84-jährige Gerhard Klocke den Kessel der 50 3570-4 entlüftete. Aus den Klugschnackern wurden begossene Pudel und der 84-jährige Meister der Schwarzen Ladies lächelte nachsichtig.
Schlangestehen war natürlich wieder bei den Führerstandsmitfahrten angesagt. Und da gab es diesmal ein Bonbon. Gefahren wurde nicht mit dem großen Dampfroß, sondern mit der kleinen Emma. Einer Werkslokomotive, die ohne eigene Feuerung auskommt, denn die Lok wird mit Dampf vollgepumpt wie eine Themoskanne und dann gehts ab wie bei Lokomotivführer Lukas. Die Besucher des Saisonauftaktes -besonders die Kleinen - genossen die Fahrt mit der quietschgrünen Lokomotive.
Selbst an die Hebel konnten sie dann bei den Draisinenfreunden. Ab und an verdrängten sogar die Erwachsenen die Kinder dort, um den Fahrspaß
zu genießen. So luden Dampflok-Chef Burkhard Bohn und sein Vize Dirk Endisch die befreundeten Wittenberger Eisenbahnenthusiasten, die am Sonnabend zu Besuch waren, zu solch einer Fahrt ein.
Und es herrschte Zucht und Ordnung auf dem Gelände des Bahnbetriebswerkes. Dafür sorgte die Transportpolizei: ABV - also Abschnittsbevollmächtigter - Oberleutnant Ingo Moschall war zusammen mit Hauptmann Enrico Lemke und Obermeister Christian Jacholke auf Streife. Das Trio aus dem Müritzkreis ließ kein weggeworfenes Bonbonpapier ungestraft durchgehen.



Altmark Zeitung vom 02.05.2011

2011


2012


Jüterborg Mai.2012

Blitz am Sonntag vom 26.05.2013

Wie jedes Jahr zu Himmelfahrt, führte der Verein „Warener  Eisenbahnfreunde e.V.“ seine Sonderfahrt durch. Dieses Jahr ging die Fahrt von Waren(Müritz) nach Feldberg.

Auch 2013, begleiteten wir die Sonderfahrt als Transportpolizei und sorgten für die Sicherheit im und am Zug.


Foto: IG VEB Schwellenschutz - Die Transportpolizei


2014

Nordkurier vom 17.06.2014

az-online.de vom 21.07.2014

BlickPunkt Zeitung Jüterbog vom 25.09.2011

Eisenbahn-Enthusiasten aus mehreren Ländern auf Fototour im Salzwedeler Lokschuppen

Moderne Leuchtstreifen unerwünscht!

Von Uta Elste


Martin Beelte und Michael Brinkmann demonstrierten den fotografierenden Eisenbahn-Enthusiasten das Abölen einer Lokomotive. | Foto: Uta Elste

Der Salzwedeler Lokschuppen war am Wochenende Ziel von 32 Eisenbahnenthusiasten. Ausgestattet mit üppiger Fototechnik nutzten sie eine letzte Chance, Eisenbahngeschichte im Bild festzuhalten.

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Salzwedel l "Die Jacke ist zu modern." Bernd Seiler achtet auf jedes Detail. Der Berliner folgt seit mehr als 30 Jahren weltweit den Schienensträngen und den auf ihnen fahrenden Zügen. Vor etwa einem Dutzend Jahren machte er seine Passion zum Beruf, organisiert für Menschen, die seine Leidenschaft für Eisenbahnen teilen, Reisen rund um den Globus. Nach Eri- trea und vor Bosnien-Herzegowina stand ein Wochenende in Salzwedel auf dem Plan. Die offerierte Kurzreise war spätestens dann ausgebucht, als die Vorhersagen ideales Winterwetter ankündigten. Vor allem Männer, aber auch einige Frauen und Kinder aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, den Niederlanden und Großbritannien waren mit Fotoapparaten und Kameras auf dem Lokschuppenareal unterwegs, um ein Bahnbetriebswerk zur Reichsbahnzeit abzulichten. "Die Anlage ist wie zu Beginn der 1980er Jahre", schwärmt Bernd Seiler. "Diese Tore, die Wellasbestplatten auf dem Dach, wo gibt es denn so etwas noch?" Aber die Eisenbahner, also die Dampflokfreunde, müssen auch in die Zeit passen. Mützen, in denen noch der volkseigene Hersteller mit einer vierstelligen Postleitzahl verewigt ist, werden akzeptiert. Die Filzstiefel, die der Zweite Vorsitzende Dirk Endisch seit seiner Armeezeit besitzt, ebenfalls. Und das i-Tüpfelchen ist ein Transparent, auf dem die Loksportler "der Partei der Arbeiterklasse danken" und versichern "mit neuen Erfolgen im Sport unsere sozialistische DDR" zu stärken. Aber Jacken mit Leuchtstreifen dagegen gab es Anfang bis Mitte der 1980er Jahre in der damaligen DDR nicht. Also bitte nicht ins Bild laufen.

Vater und Sohn, analoge und digitale Fotografie: Während Vater Frank Pilchowski aus Glauchau am klassischen Film festhält, ist Sohn Felix seit einem halben Jahr Besitzer einer Digitalkamera. | Foto: Uta Elste

Bernd Seiler kennt das Salzwedeler Bahnbetriebswerk seit Anfang der 1980er Jahre. "1987 bin ich zum letzten Mal hier gewesen", erinnert er sich. Das Wissen, dass die Dampflokfreude demnächst nach Wittenberge umziehen werden, veranlasste ihn, diese "Zeitreise" in die "heiligen Hallen dieses Kleinods" am Salzwedeler Bahnhof zu organisieren, wie er auf seiner Homepage schreibt. Und da überlässt er nichts dem Zufall, stellt ein komplettes Drehbuch für verschiedenste Einstellungen zusammen: Abölen einer Dampflok, Anfahren unter Volldampf, Rangieren, Aufnahmen unter Flutlicht oder beim einsetzenden Tageslicht.

Die "Transportpolizisten" Ingo Moschall und Christian Jacholke verhafteten einen vermeintlich Verdächtigen, den darzustellen Cornelius Dudensing durchaus Spaß bereitete. | Foto: Uta Elste

"Schade, dass hier bald alles vorbei ist"

Zur besonderen Gaudi der Eisenbahn-Enthusiasten, aber auch der Dampflokfreunde hat Seiler sogar eine "Verhaftung" durch die Transportpolizei organisiert. Christian Jacholke und Ingo Moschall von der Interessengemeinschaft "VEB Schwellenschutz - Die Transportpolizei" mimen die Ordnungshüter. Cornelius Dudensing lässt sich für die Bilder der anderen Eisenbahnfans immer wieder verhaften. Der Schweizer aus Riehen bei Basel arbeitete auf einem Rangierbahnhof. Eisenbahngeschichte ist sein Hobby. "Schade, dass hier bald alles vorbei ist", sagt er.

"Wunderschön, diese kleine Szene." Sehr interessiert und nicht nur wegen des Zusammenhangs mit der einstigen Deutschen Reichsbahn beobachtet Andrew Simpson das dargestellte Geschehen. Der Brite, den die Liebe zu Eisenbahnen im Alter von zwei Jahren packte, ist hauptberuflich Polizist in Cleveland in der Nähe von Newcastle. "Die Lokalbahnen bei uns zu Hause sind ein regelrechter Magnet. Viele Touristen kommen ihretwegen", berichtet er.

"Die Liebe zu Eisenbahnen kommt bei vielen im Kindesalter. Und bei einigen hält es, bis sie erwachsen sind." - Thomas Boßdorf weiß, wovon er redet. Der Teupitzer (Landkreis Dahme-Spreewald) ist heute Lokführer. Und Frank Pilchowski aus dem sächsischen Glauchau gibt die Liebe zur Eisenbahn schon an seinen Sohn Felix weiter.

Die wie zu DDR-Zeiten gekleideten Dampflokfreunde legen sich für ihre Besucher, die warm eingepackt der Kälte trotzen, mächtig ins Zeug, arrangieren ihre Loks für gute Einstellungen, beheizen einen Bistrowagen, in dem sich alle Beteiligten immer wieder aufwärmen können und "beleben" die Fotos, in dem sie immer wieder und abwechselnd eine Schubkarre voller Kohlen durch die Szenerie schieben. "Es war ein Supererlebnis", sagt Vorsitzender Burkhard Bohn schmunzelnd.

Leider wohl das letzte seiner Art. Bernd Seiler bedauert das Aus der Dampflokfreunde in Salzwedel. Für derartige Foto- und Videoaktionen sei Salzwedel ideal. "Wittenberge ist viel größer, da bräuchte man für eine entsprechende Darstellung schon acht Lokomotiven", vergleicht der Berliner Reiseleiter die Standorte.

Dem Salzwedeler Lokschuppen prophezeit er nach dem Auszug der Dampflokfreunden eine düstere Zukunft, ausgeliefert dem Aktionismus von "Graffitifreunden", Steinewerfern und Schrottdieben. "Daher wohl die letzte Ausfahrt vor dem Untergang eines der letzten original erhaltenen Bahnbetriebswerke der Deutschen Reichsbahn", schreibt er.



Volksstimme Salzwedel vom 13.02.2012

Volkssimmer vom 17.09.2014

Pritzwalker Stadtzeitung vom 28.09.2014

Pritzwalker Stadtzeitung  Ausgabe Oktober 2014

2013


2015

Märkische Allgemeine vom 30.11.2015

Quelle: Märkische Allgemein vom 30.11.2015 / Andreas König


Pritzwalk: Polizei in der DDR

Mit dem „VEB Schwellenschutz“ könnte Melitta Ribbe, die sich um die polizeihistorische

Sammlung in Pritzwalk kümmert, bald einen Partner für ein Museum der einstigen

Transportpolizei gefunden haben. Die Brüder Moschall aus Klink an der Müritz haben eine umfangreiche Sammlung mit Technik, Uniformen, Einsatzausrüstung und Dokumenten.

(Um den gesamten Artikel zu lesen bitte auf ein Bild Klicken.)

Fotos: Andreas König


2016

Redaktion „Das Flugblatt“  vom 06.06.2016

BARON VON FEDER: Bahnremmidemmi in Mirow

Publiziert am 6. Juni 2016 von hannes

BARON VON FEDER

Bahnremmidemmi in Mirow
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Sonntag Mittag, 05. Juni. Herrliches Wetter, aber mein kaputter Fuß schmerzt. Der Bewegungsdrang ist größer als das Ruhebedürfnis. Der Drang und das Bedürfnis schließen ein Abkommen: Wenn ich rechtzeitig zum Bus komme, fahre ich zum Bahnhof und von dort nach Mirow. Wenn nicht, verbringe ich den Nachmittag auf dem Balkon und schreibe wütende, aufmüpfige politische Texte, damit sich auch Hartz-Vier-Opfer ihre wohlverdiente Naherholung leisten können. An der Bushaltestelle hat der Bus bis zu seiner fahrplanmäßigen Ankunftszeit noch zwei Minuten. Ich verschiebe daher die aufmüpfigen Texte auf die kühlen Abend-und Nachtstunden, wenn ich mich selbst genug naherholt haben werde, um dem neoliberalen Kapitalismus ein paar Hände voll Sand ins Getriebe werfen zu können.

Am Bahnhof greift der wilde Trotz mich an. Kein Einkommen, keine Anstellung, Gesundheit derangiert, aber mit dem bedingungslosen Anspruch auf ein Leben, dass nicht für jede kleine Freude das Portemonnaie um Erlaubnis fragen muss. Immerhin habe ich die Qualifikation zu einer soliden Mitarbeit an Tätigkeiten, bei der meine akribisch-detektivische Arbeitsweise gefragt ist. Ich weiß inzwischen, dass der Trotz einem berechtigten Triumph weicht, wenn man ihn mit einem kräftigen „Alledem“ begrüßt. „Habe nun, doch“, rufe ich und genehmige mir ein Eis für 2,00 Euro. Ich bezahle es mit zwei Ein-Euro-Münzen, die seit einer Woche unzertrennlich in meinem Portemonnaie wohnen. Ich habe sie schon als paar übernommen, so dass ich gar nicht weiß, wie lange sie schon unzertrennlich sind. Ich wünsche ihnen, dass sie es bleiben werden, egal in wessen Börse. Denn Einigkeit macht stark.

Am Bahnsteig stehen zwei Männer und eine Frau in DDR-Uniformen. Die Frau in blau mit ihrem rotlackierten Koppelzeug stellt offenbar eine Schaffnerin dar. Die Männer tragen Polizeiuniformen, mit denen etwas nicht stimmt. Die Hosen weisen nämlich auf Transportpolizei hin und die Hemden auf Abschnittsbevollmächtigte. Die Aufgaben der Transportpolizei der DDR hat mach der Wende der Bundesgrenzschutz übernommen. Aus dem Begriff Abschnittsbevollmächtigter wurde der Begriff Kontaktbereichsbeamter.

Als die Passagiere des Quassow-Expresses der Hanseatischen Eisenbahngesellschaft Potsdam in Mirow aussteigen, beginnt eine Schalmeienkapelle aus Wokuhl diverse Oldies, Schlager, Evergreens und Schnulzen zu intonieren. Schlagartig wird auch klar, dass der ganze Remmidemmi eine Veranstaltung der Eisenbahngesellschaft ist. Die beiden Transportpolizei-Hosenträger sind inzwischen auch da. Sie sind zu jung, um die diese Uniformen früher dienstlich getragen zu haben. Sie bestätigen auch, dass sie nur Darsteller sind. Die Darsteller sind Mitglieder der am 18. September 2004 gegründeten Interessengemeinschaft „IG VEB Schwellenschutz. Die Transportpolizei“. Ihren Standort hat die IG in Klink bei Waren an der Müritz. Eines Tages soll aus der IG ein Museum der Geschichte der Transportpolizei der DDR entstehen. Dazu passt auch ein Stand vom „Eisenbahn-Sammlershop“ Berlin. Zu sehen sind kuriose, befremdliche und dokumentarische Reichsbahnschilder, zum Beispiel „Bitte nicht in den Wagen spucken“, „Feind hört mit“ oder „Behelfsabort“. Auch längst vergriffene Bücher hat der Shop im Angebot. Davon kann das „Antiquariat im Speicher“ in Neustrelitz nur Träumen. Allerdings unterscheiden sich die Preise der Berliner („gepfeffert“) und Neustrelitzer („symbolisch“) beträchtlich voneinander.

Wenn die Schalmeienkapelle mal schweigt, pausiert sie. Ansonsten reicht ihr Repertoire von „Die Fischer von San Juan“ über „Schwarzbraun ist die Haselnuss“ bis „Marmor, Stein und Eisen bricht“. Bei „Haselnuss“ singt die Trapo mit. Bei „Weine nicht, wenn der Regen fällt“ bläht sich der Sommertag mit Lebenslust prall auf und benimmt sich wie eine rollige Katze. Es besteht kein Zweifel, dass eine Region mit solch aktiven Menschen aus allen Zeiten das Beste für Land, Leute und Gäste machen kann. Egal wie lange sie bleibe.


Quelle: Redaktion "Das Flugblatt" & Musenverlag vom 06.06.2016


Fotos: Ingo Moschall

Fotos: Ingo Moschall

„Der Prignitzer“ vom 26.09.2016

Polizei, Modellbahnfreunde und Weisser Ring laden ein :

Dreifacher Tag der offenen Tür

Pritzwalker Modellbahnfreunde, Polizeirevier und auch der Weisse Ring stellen sich den Fragen rund um ihre Arbeit


Gleich einen doppelten Tag der offenen Tür konnten Pritzwalker und Interessierte am Samstag im Bahnhofsgebäude der Stadt erleben. Denn nicht nur die ansässigen Modellbahnfreunde hatten geladen und präsentierten ihre mehrere Zimmer große Anlage, sondern auch die örtliche Polizei öffnete die Türen ihres Polizeireviers.

Und hier war gleich zu Beginn des Tages mächtig Betrieb. Etwas 20 Meter lang war die Schlange, die sich dem Ankommenden bot. „Der Grund hierfür war in erster Linie die Fahrradcodierung, die immer gern angenommen wird“, erzählt Frank Radloff. Etwas über 30 Räder hätten er und seine Kollegen allein in den ersten beiden Stunden codiert.

Der Leiter des Polizeireviers hatte aber auch sonst nur wenige ruhige Minuten. Auch die Aufsicht über den Reaktionstest oblag dem Revierleiter. Hierbei wurde anhand eines Signals und der Reaktionszeit ein voraussichtlicher Bremsweg des Autos ermittelt. Jürgen Mittag war einer der Besucher, die sich dem Test stellten. „Ich habe ja schon einen langen Bremsweg erwartet, hatte eigentlich eine schnelle Reaktion und war dann aber doch sehr überrascht, wann das Auto wirklich zum Stehen kommt“, erzählt er.

Wenige Meter entfernt hat Gerd Puppel gerade seine Führung durch das Revier beendet. Doch die sechs Jungen, die ihm folgen, wollen sich noch nicht zerstreuen, erst muss noch das Schutzschild ausprobiert werden. Und so hält der Obermeister den Schutz vor sich, während die Jungen mit dem Schlagstock die Stabilität testen.

Allgemein ist der Andrang recht gut, sodass Revierleiter Radloff zufrieden mit dem Tag ist. „Initiatoren sind ja jedes Jahr die Modellbahnfreunde, wir hängen uns dann dran. Zudem ist der Weiße Ring vor Ort, informiert über Opferberatung. Vor allem die Kinder zieht es aber zum Streifenwagen oder in unsere Ausstellung mit Polizeiausrüstung“, so Radloff.

Und bei dieser hat Melitta Ribbe das Sagen. „Wir hatten auch im alten Revier ein Traditionszimmer und mussten es beim Umzug aufgeben. Hier, im Keller des Bahnhofes, haben wir aber ein schönes, neues Zuhause gefunden“, erzählt sie. Drei Räume sind mit Ausrüstung und vor allem Geschichte gefüllt. So gibt es unter anderem einen Raum des „Abschnittsbevollmächtigten“, in dem an diesem Tag Ingo und Christian Moschall Platz genommen haben. Die beiden Warener gehören der Interessengemeinschaft Transportpolizei an, hatten einen Polizei-Wartburg dabei und gaben gern Auskunft.

Wenige Meter entfernt, konnten die Besucher die Arbeit der Pritzwalker Modellbahnfreunde erleben. Unter der Leitung von Steffen Rösinger und Wilfried Strecker ist hier eine sich über vier Räume erstreckende Anlage entstanden. „Bei uns sind acht Erwachsene und acht Heranwachsende aktiv. Vor allem ist so ein Tag auch immer etwas Werbung. Wir haben eine kleine Eisenbahnbörse und wollen den Leuten einfach zeigen, was wir machen und Fragen beantworten“, erzählt Strecker.

Und die kamen an diesem Tage auch von René Georgius. Der Pritzwalker war mit seiner Frau gekommen, um sich Fahrräder codieren zu lassen. „Beide Ausstellungen waren sehr interessant, vor allem für Kinder sind Modellbahnen ja immer toll. Dass die Anlage jedoch so groß ist, habe ich nicht gewusst. Es war heute eine gute Verbindung von allen Parteien, die dieses Gebäude nutzen“, erzählt er.

Von dem Areal war auch Jürgen Mittag überrascht: „Mir war bekannt, dass unten ausgebaut wurde und die Modellbauer dort sind, aber die Größenordnung hat mich doch überrascht. Vor allem die Technik fand ich interessant und den ganzen Termin heute Prima“

Redaktion: Felix Alex


Fotos: Felix Alex


2017

„Wir sind Müritzer“ vom 08.05.2017

Hier Link zur Seite:

http://www.wir-sind-mueritzer.de/allgemein/ein-besonderer-zug-und-strenge-kontrollen-auf-dem-bahnhof/

2015-11-30_MAZ- Museumsprojekt Trapo.pdf

„Uckermark Kurier“ vom 30.07.2017


2018

„Märkische Allgemeine - online“ vom 20.06.2018

DDR-Zeitreise im privaten Museum

15.000 originale Exponate aus Zeiten der Deutschen Demokratischen Republik hat Björn Kresz aus Neulöwenberg auf 2000 Quadratmetern gesammelt. Am Wochenende öffnete er die Türen für die Öffentlichkeit und verhalf vielen Besuchern zu nostalgischer Stimmung.

Im ehemaligen Umformerwerk Löwenberg erhält Björn Kresz (zweiter von links) die DDR facettenreich am Leben. Quelle: Christina Koormann

Neulöwenberg

„Schau mal, das kennst du auch noch!“, rief Heidemarie Klee am Sonnabend begeistert aus: Im Konsum des DDR Zeitreise-Museums entdeckte sie mit Freundin Monika Seidel viele Dinge, an die sie sich noch aus ihrer Kindheit erinnerte. Damit waren die beiden Damen aus Berlin nicht allein: 15.000 original erhaltene Gegenstände rund um die Alltagskultur in der Deutschen Demokratischen Republik verleiteten am Tag der offenen Tür immer wieder Besucher zu erstaunten, amüsierten und nostalgischen Ausrufen.


Am Wochenende öffnete Sammler Björn Kresz seine umfangreiche Ausstellung mit 15.000 originalen Exponaten aus der Deutschen Demokratischen Republik. Zwei Tage lang strömten hunderte Besucher in das private Museum.

Zum vierten Mal hatte Björn Kresz, der die Sammlung seit 2010 im ehemaligen Umformerwerk Löwenberg mit viel Herzblut betreibt, die Pforten seines Sammler-Reichtums für die Öffentlichkeit geöffnet und lockte ganze Massen von Besuchern an: Schon eineinhalb Stunden nach der Eröffnung am Sonnabend Vormittag hatten mehr als 140 Gäste den Weg zur „DDR Zeitreise“ gefunden.

2000 Quadratmeter Ausstellung

„Unglaublich“ nannte Bernd Herzog-Schlagk aus Seilershof die umfangreiche Sammlung: Ein original eingerichtetes Schlafzimmer, ein Konsum, eine Küche, ein Wohnzimmer, ein Schaltraum und eine Kleiderkammer mit unzähligen Gegenständen, Spielzeug, Zeitschriften, Schallplatten, Fahnen, Wimpeln und noch viel mehr boten sich den Gästen auf 2000 Quadratmetern Fläche.

Im Außenbereich parkten gleich mehrere Trabis, Feuerwehrwagen und ein Auto der Volkspolizei, uniformierte „Transportpolizisten“ und Mitarbeiter der „Reichsbahn“ informierten die Gäste über ihre Arbeit in der DDR. „Es ist für uns sowohl ein Hobby als auch ein Beitrag zur Geschichtserhaltung“, sagten Ingo und Christian Moschall, die wie Oberleutnant und Obermeister der Deutschen Volkspolizei (dVP) gekleidet waren.

Die Privatsammlung wächst weiter

„Dass die Ausstellung eines Tages so einen Umfang bekommt, war nie geplant“, sagte Björn Kresz, Jahrgang 1984. „Sie ist einfach gewachsen.“ Der Triebfahrzeugführer der Berliner S-Bahn, der beim Mauerfall fünf Jahre alt war, hat sich tief in die Materie eingegraben und ist über die Jahre ein richtiger DDR-Experte geworden. Und noch immer wächst der Bestand seiner Sammlung, der die Reise in die Vergangenheit mehr und mehr komplettiert. „Meine halbe Werkstatt steht seit heute morgen schon wieder voll mit neuen Exponaten, die Leute vorbeigebracht haben.“

Auch Uwe Voigt aus Velten kam mit einer Plastiktüte auf den Sammler zu: „Ich habe Ihnen etwas mitgebracht“, sagte er und zog ein Diktiergerät von Robotron heraus. „Ich hoffe, Sie können das noch unterbringen.“ Über die vielen Sachspenden freut sich Björn Kresz: „Es ist mir wichtig, dass hier ein Gesamtüberblick entsteht, der den Alltag in der DDR authentisch abbildet und nicht nur ein einseitiges Bild erzeugt.“ Was früher zuhause gehortet wurde, findet in Neulöwenberg einen neuen Platz.

Erinnerungen am Leben halten

„Mir gefällt die Ausstellung sehr gut“, sagte Michael Radtke aus Zehdenick. „Ich entdecke so viele Erinnerungsstücke, vom Rasenmäher über die Fernsehgeräte bis hin zum Moped.“ Der Brandenburger, der 1945 geboren wurde, verbrachte einen Großteil seines Lebens in der DDR. „Für mich ist das eine schöne Sache, all diese Dinge zu sehen.“ Wie viele andere Gäste kam er mit seinem Enkelkind. „Auch für die nachfolgenden Generationen ist es wichtig, sich ein Bild davon zu machen, wie es früher war“, meint der Großvater.

Besondere Aufmerksamkeit bekam die 35 Meter lange Modelleisenbahn, die vom Freundeskreis TT-Modul vorgeführt wurde. Auf einer Strecke von Beerow nach Kablow konnten die Gäste die Züge hin-und herfahren lassen.

Von Christina Koormann



Foto: Christina Koormann